Mittwoch
Wir starteten unseren Tag mit einem schmackhaften Frühstück. Darauf folgte unsere erste U-Bahn-Fahrt der Reise. Nach der Fahrt stiegen wir in einen Zug um und fuhren nach Ostia Antica, das die verlassene ehemalige Hafenstadt Roms ist. Im Gegensatz zu Rom ist die Stadt aber nur noch eine Ausgrabungsstätte. In Ostia startete dann unsere Führung mit der freundlichen und lustigen Führerin Frau Langer. In der Führung gingen wir erst über den „decumanus maximus“ durch den antiken Friedhof vor der Stadt. Nachdem wir diesen betrachtet hatten, gingen wir durch das antike Stadttor, das ursprünglich aussah wie ein Triumphbogen. Danach gingen wir über den „decumanus maximus“ zu den ersten Thermen des Tages, die wir uns von einer erhöhten Aussichtsplattform anschauten. Nach einem Stopp beim Theater, das halb zusammengebrochen war, da der Architekt Rotwein anstatt von Wasser im Beton nutzte, gingen wir zu unserem nächsten Ziel in Ostia. Auf dem Weg dorthin schauten wir uns einige „insulae“, römische Mietshäuser, an. Als wir dann bei einem solchen Haus angekommen waren, erklärte uns Frau Langer, warum Archäologen vermuten, dass dieses Gebäude ein Hotel war. Auf der anderen Straßenseite gingen wir dann in ein „Thermopolium“, ein antikes Wirtshaus. In diesem betrachteten wir die Speisekarte auf der Wand und einige Bodenmosaike. Auf unserem nächsten Halt, dem Forum von Ostia, stand noch ein Tempel für die drei wichtigsten Götter, der als einziges Gebäude vor den Ausgrabungen aus dem Boden ragte. Einen kurzen Fußweg zur Latrine später konnten wir über eine Rille im Boden der antiken Toilette rätseln. Von dort aus gingen wir zu einer der wenigen „domus“, einem Einfamilienhaus von reichen Bürgern. Dieses hatte auch eine eigene Toilette, was selten für römische Häuser war. In diesem waren auch gut zu sehende, sehr kunstvolle Mosaike. Einige Meter weiter stand eine Gerberei, in die wir hineingucken konnten. Nach einem Abstecher zum Platz der Korporationen, bei dem verschiedene Zünfte anzutreffen waren, machten wir uns auf den Rückweg. Auf unserem Rückweg gingen wir noch an den Thermen für die Wagenlenker vorbei, in denen auch wieder kunstvolle Mosaike zu sehen waren. Nach diesen sehr unterhaltsamen anderthalb Stunden machten wir Mittagspause und fuhren mit dem Zug zurück Richtung Rom.
Am Bahnhof trafen wir die Gruppe des GaW, die nach uns eine Führung in Ostia Antica gebucht hatte. Wieder in Rom angekommen stärkten wir uns zuerst mit einem Eis. Nach unserer Eispause liefen wir zum Kolosseum, gingen durch die Sicherheitskontrollen und stiegen nach oben auf die erste Etage. Wir durften uns dort für 15 Minuten aufhalten und sollten uns danach am Ausgang treffen. Im Kolosseum war es sehr voll, wodurch wir getrennt wurden. Man konnte von der oberen Etage nach unten in die Arena schauen, wo der Boden weg war, weshalb man in das Kellergewölbe sehen konnte. Wenn man aus dem Kolosseum nach draußen schaute, konnte man auch einen wundervollen Blick auf den Konstantinsbogen werfen. Nachdem wir diesen wunderschönen Ort historischer Kultur aus allen Winkeln betrachtet hatten, ging es zu Fuß weiter zum Palazzo Massimo.
Dort angekommen hörten wir uns erst die Vorträge an. Lustigerweise fehlte eine der Statuen, über die gesprochen werden sollte, da sie für eine Sonderausstellung Platz machen musste. Unser gemeinsamer Durchlauf des Museums endete ganz oben, wo die wunderschönen Gartenwandmalereien aus der Villa von Livia ausgestellt sind. Von dort aus durften wir uns frei durch das Museum in Richtung des Ausgangs bewegen. Innen fanden wir viele schöne und kunstvolle Statuen und Mosaike, darunter den Lancelotti Discobolos, die am besten erhaltene Kopie einer bekannten griechischen Statue. Auch gesehen haben wir Statuen wie den Faustkämpfer oder den so genannten Thermenherrscher, der einen unbekannten Soldaten darstellt. Auch viele weitere bekannte Statuen und Kunstwerke haben wir dort sehen können. Unten im Keller waren noch weitere Ausstellungen, zum Beispiel eine numismatische Ausstellung oder eine, die sich mit Ägypten beschäftigt. Eines unserer Highlights war auch die echte Mumie eines Kindes, die ausgestellt wurde.
Vom Palazzo Massimo, der in der Nähe unseres Hotels lag, liefen wir direkt zum Supermarkt, um uns neue Verpflegung für die letzten beiden Tage zu kaufen. Nach einer kurzen Pause im Hotel aßen wir im Bahnhofsviertel und ließen dort unseren schönen Tag ausklingen.
Mathis, Nikolaus, Rudi

