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 Wir tun was gegen Mobbing!!!

 

Vor drei Jahren stellte die Schülerversammlung des Domgymnasiums durch eine Umfrage fest, dass es an der Schule keine offene Gewalt gäbe, aber Mobbing stattfinden würde und dagegen etwas getan werden sollte.

Nach einer Fortbildung im Februar 2008 zum Thema „Mobbing in Schulen und Jugendgruppen – Analyse, Handlungsschritte, theaterpädagogische Bearbeitung“ wurde ich zur Hauptansprechpartnerin für Eltern, Lehrer und Schüler, wenn es um das Phänomen Mobbing geht.

 

Das Problem, warum Mobbing vorkommt und über lange Zeit be­ste­hen bleibt, ist viel­schich­tig. Die Attacken werden von den Mitschülerinnen und Mitschülern geduldet, sie geschehen hinter dem Rücken der Leh­rer und viele Schülerinnen und Schüler trauen sich nicht, sich Eltern oder Lehrern an­zuvertrauen, oft aus Angst vor Repressalien durch die Mobber.

Sobald ein Mobbing-Fall bekannt wird, intervenieren die Klassenlehrer, Beratungslehrer und/oder die Schul­leitung so lange, bis das Mobbing aufhört und sich die oder der Ge­schä­dig­te wieder in der Schule wohlfühlt. Wir erleben immer wieder, wie schnell sich eine lang an­dau­ernde Schikane beenden lässt, sobald das Problem öffentlich gemacht wird und in der Gruppe, in der es auftritt, angesprochen wird.

Mobbing ist eine Form von Gewalt und wird an unserer Schule nicht geduldet.

 

Aber das Ziel lautet nicht, Mobbingfälle zu klären, sondern Mobbing gar nicht erst entstehen zu lassen. Insofern ist es wichtig, Schülerinnen und Schüler frühzeitig für das Problem zu sen­si­bi­li­sie­ren und ihnen Handlungsmöglichkeiten bewusst zu machen.

 

Ich habe in zwei Durchgängen bisher 24 Lehrerinnen und Lehrer nach dem Konzept von Andreas Raude u.a. vom asb Münster „Spotlight – Theater gegen Mobbing“ ausgebildet.

Seitdem wurden vier Klassenprojekttage zum Thema Mobbingprävention durchgeführt:

 

21. 04. 2009 in allen 6. Klassen

27. 04. 2010 in allen 8. Klassen

30. 04. 2010 in allen 5. Klassen

04. 10. 2010 in allen 7. Klassen

17. 01. 2012 in allen 6. Klassen 

 

Jeweils zwei Lehrkräfte, die nicht in der Klasse unterrichten, begleiten eine Klasse von der 1. bis zum Ende der 6. Stunde und moderieren die einzelnen Aktionen.

Die sechs Stunden werden in drei Phasen un­ter­teilt:

Kontakt, Kon­fron­tation, Kon­se­quenz.

Zunächst werden die Schülerinnen und Schüler durch ei­nen Film mit dem Thema in Kontakt gebracht. Aus diesem Film wählen sie eine Szene, die als Rollenspiel nach­gespielt wird. Alternative Szenenenden werden dabei ausprobiert. Im zweiten Teil geht es um das Verstehen von Mobbing als systemisches Phä­nomen. Denn nur, wenn die Klassengemeinschaft gut ist, hat Mob­bing keine Chance. Das Spielen selbst erfundener Szenen mit Lö­sungsdarstellungen vertieft den Prozess des Verstehens. Im dritten Teil wird auf die ak­tu­elle Situation in der Klasse eingegangen. Die Schüler bekommen Zeit, sich darüber aus­zu­tau­schen, was zurzeit (falls das der Fall ist) in der Klassengemeinschaft schief läuft und wel­che Veränderungen zu einer Besserung führen würden. Spiele zwischen den Phasen und am Ende lockern den Tagesablauf auf und runden ihn ab. 

 

Nach vier Durchgängen in vier verschiedenen Jahrgangsstufen besitzen wir nun genügend eigene Erfahrungen und werden für die nächsten Schuljahre einen Jahrgang festlegen, in dem zukünftig dieser Projekttag stattfinden soll.

 

Durch die Kombination von Mobbingintervention und Mobbingprävention ist die Zahl der Mobbingfälle an unserer Schule drastisch gesunken.

 

 

Ellen Asmussen-Claes

Mitglied des Beratungslehrerteams am DoG