karte mit gruener Straße
Bildquelle: Openstreetmapkarten

Lugenstein

Den Namen Lugenstein trägt eine Straße, die senkrecht zur „Großen Straße“ direkt vor dem Nordtor des Doms verläuft.

Auf dem Platz vor dem Dom, sehr gut sichtbar, wenn man auf der „Großen Straße“ unterwegs in Richtung Dom ist, befindet sich ein Felsblock, der Mückenschiss genannt wird.

Dieser Felsblock am Lugenstein ist ein Gedenksymbol für den ehemaligen Gerichtsplatz des Sturmigaus der Sachsen, der sich direkt vor dem Dom befunden hat.

Der Charakter der Gerichtsstätte wird durch Überlieferungen von einem Pranger und einem Galgen bestätigt.


Der Name „Lugenstein“ hat seinen Stamm ursprünglich in dem lateinischen Wort „lex“ und bedeutet „Gesetz“, den Beweis dafür erbringt die älteste bekannte Schreibung des Namens: „Loegsteen“.

Diese Schreibung lässt sich auf die nordische Bezeichnung für „Gesetz“ („laegh“ oder „lagh“) zurückführen, die bewiesener Maßen von dem oben genannten lateinischen Begriff abstammt.

Trotzdem gab es viele andere Deutungsansätze des Namens, wie z.B. Ableitungen von „Lügen“ oder „Leegen“.

 

782 brach Karl der Große zu einem Rachefeldzug gegen die Sachsen auf, da diese unter Führung Widukinds im Raum Minden eines seiner gegen die Sorben ziehenden Heere vernichtend geschlagen hatten.

Dieser Rachefeldzug ist als das „Verdener Blutgericht“ bekannt und hat wahrscheinlich am Lugenstein stattgefunden.

 

Lateinische Überlieferungen beschreiben den Tatort und das verheerende Ausmaß: „… usque ad quattuor milia quingenti traditi et super Alaram fluvium in loco, qui Verdi vocatur, iussu regis omnes una die decollati sunt“

 – „Ganze 4500 Männer wurden ausgeliefert und jenseits der Aller in Verden auf Befehl des Königs alle an einem Tage hingerichtet“

 

Diesem „Blutgericht“ widmete man die Gedenkstätte „Sachsenhain“, dessen Wege etwa drei Kilometer lang von 4500 monumentalen Findlingen, die aus viele niedersächsischen Gemeinden hertransportiert wurden, begrenzt werden.